Der Tod und das Nichts

avatar Lars Gallwitz

Eine philosophische Runde

Angeregt und erregt durch den Imagefilm der Universität Wien wurde in einem Seminar von Herbert Hrachovec 2010 der folgende “Imagefilm” für das Institut entwickelt.

Buchhandlung

Der Clip “Buchhandlung” ist eine Überarbeitung einer Vorlage von Vahidin Numic. Er hat seinem Beitrag diese Überlegung beigefügt:

Das Buch als solches scheint das Objekt des Begehrens zu sein. Doch hat das Begehren überhaupt ein Objekt? Ist es nicht vielmehr ein weltumfassendes, globales Delirium von dem hier das Wort ist. Nicht der Inhalt des Buches, nicht das Buch selbst, sein Autor oder gar sein Paratext wird begehrt, sondern die ganze Welt die das Buch umgibt und in der das Buch selbst nicht anders als in der Welt zu verorten ist. So begehrt der Leser auch den Ort des Besitzüberganges des Buches ebenso wie das Buch selbst. Der Begehrende gibt, gerade durch diesen Aspekt, aber auch ein Element seiner innigsten Empfindungen preis: er zeigt in welchem Diskurs er sein Begehren als solches partizipiert und wie diese Welt zu verstehen ist. Manches Begehren kann demnach nicht geschenkt werden, es entfaltet sich erst im Moloch des kapitalistischen Zwanges, im Abgrund des Konsumerismus, wo am Ende eine Welt liegt, die ihre Begehrenswertigkeit mit ihrer Existenz begründet.

buch_engel

Die Umarbeitung erfolgte im Einvernehmen mit Herrn Numic im Seminar “Podcasts philosophische”, Wintersemester 2013/14

Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.

Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte

avatar Herbert Hrachovec
avatar Vahidin Numic

Fehlleistung

avatar Michaela Kiebacher

Schreibfilm

avatar Susanne Unah

Toleranz

Der Begriff der Toleranz spielt eine zu bedeutende Rolle in den politischen Diskursen. Aus historischen und politischen Gründen werden die meisten Probleme der Ungerechtigkeit oder der Ungleichheit als Probleme der Intoleranz verstanden. Im Video sind arabische und chinesische Märkte zu sehen. Neben der ästhetischen Qualität exotischer Märkte ist mir die Bedeutung von Handel und Markt in der Geschichte der transkulturellen Beziehungen wichtig.

avatar Raimondas Baluzis

Ameisen

Werden die Tiere am Ende siegen?

Ich glaube, Säugetiere nicht, die Ameisen werden uns vielleicht überleben, möglicherweise andere Insekten auch, aber das wars dann. Wir werden uns selber ausrotten, aber alles andere außer uns eben auch. Ich weiß nicht, ob man das Sieg nennen kann.

Es werden Wesen überleben, die zur Transzendenz nicht fähig sind, und das wird letztlich wieder ein Spiegel für uns sein, die jetzt schon die eigene Zerstörung denken und herstellen können (und daher auch herstellen werden, denn alles, was machbar ist, wird auch gemacht werden.

Elfriede Jelinek: “Über Tiere” [1. Gronau, Barbara: „Die Ameisen werden uns überleben“. Ein Interview mit Elfriede Jelinek, in: Programmheft des Theaters am Neumarkt Zürich zu Elfriede Jelineks „Über Tiere“, 2007]

Die Aufnahme ist während der Dreharbeiten zu prometheus 58:45 entstanden. Der Film befasst sich mit philosophischen Reaktionen zur Atomkatastrophe in Fukushima.

“die Natur hingegen”

avatar Fredi Rasinger

Die Zeitlichkeit des Schmetterlings

Die Begleitarbeit eines Kollegen zu Staunen und Finsternis.

durcheinander

avatar Herbert Hrachovec

 

Andreas Kirchner schreibt einen Essay über den schlechten Ruf der “Verwaltung”, logistischer Abläufe zur Organisation von Menschenmassen. Vom Stadtverkehr zum Massenmord. Er bezieht die politische Philosophie Hanna Arendts und Alain Badious in seine Überlegungen mit ein. Teile des Textes habe ich im Videoclip verwendet. Bilder und Text laufen allerdings streckenweise in entgegengesetzte Richtung.

Du beginnst mit einer gedrehten Verteidigung der Bürokratie gegen die Planlosigkeit; der Eislaufplatz funktioniert umgekehrt: er ist eine Verteidigung der Selbstorganisation gegen die Planlosigkeit.

Bild und Ton laufen eine Weile asynchron, weil man sich fragt, was eine Eislaufplatz-Szene mit Verwaltung und sogar mit Vernichtungslagern (das schockt, auch schon in meinem Text) zu tun hat. Erst beim Selbst/verständnis 🙂 harmonieren die beiden Streams ein Stückchen.